Gott begegnen
ist keine intellektuelle Leistung.
Es ist eine Hingabe an das Leben,
an den Ursprung allen Lebens.
Ich bin ihm begegnet
Manchmal kam er so nahe,
dass ich ihn
mit meinem Herzen sehen
und fühlen konnte.
Dann war ich begeistert.
Augenblicke von Verliebtheit.
Es gab keine Grenzen mehr,
keine Erde und keinen Himmel.
Die Uhren tickten nicht mehr.
Die Zeit stand still.
Die ganze Welt stand still.
Ich wollte alles und jedes umarmen,
weil ich Gott selbst umarmen wollte.
Augenblicke von grosser Sicherheit
und von paradiesischem Glück.
Sie dauerten meistens nicht lang.
Aber ich konnte weiter.
Die Öde der Wüste
machte mir nichts mehr.
Ich hatte die "Oase" erlebt.
Phil Bosmans
Gott begegnen
Nach einer langen Gebetssitzung im Kloster Piedra fragte der Novize den Abt:
“Führen all diese Gebete, die Sie uns lehren, dazu, dass sich Gott uns nähert?”
“Ich will dir mit einer Gegenfrage antworten”, erwiderte der Abt.
“Werden all die Gebete, die du sprichst, dazu führen, dass die Sonne aufgeht?”
“Selbstverständlich nicht!
Die Sonne geht auf, weil sie einem universellen Gesetz gehorcht.”
“Nun, dann ist dies die Antwort auf deine Frage.
Gott ist unabhängig von den Gebeten, die wir sprechen, in unserer Nähe.”
“Wollen Sie damit sagen, dass unsere Gebete nutzlos sind?”
“Keineswegs. Wenn du nicht früh aufwachst, wirst du niemals die Sonne sehen.
Wenn du nicht betest, wirst du Gottes Anwesenheit,
selbst wenn er in der Nähe ist, doch nicht spüren.”
Paulo CoelhoJesus
Was hättest
du dazu gesagt?
Was hättest
du getan?
So denke ich
manchmal
und schliesse
lange die Augen.
Schon dies,
über alle Antwort
hinaus,
tröstet unsäglich.
Detlef BlockTheologe und Schriftstelleraus seinem Buch "Lichtwechsel"
Gott lässt sich bewegen
von dem was uns bewegt
lässt sich bewegen von
unserem Hunger nach
Gerechtigkeit und Frieden
unserer Sehnsucht nach
Geborgenheit und Liebe
Freiheit und Weite
lässt sich bewegen auch
vom Schicksal all jener
die einsam sind
sich verloren fühlen und
ihrer Würde beraubt
nicht mehr zu hoffen wagen
dass ein Wunder geschieht
und ihre Not sich wendet
lädt uns alle ein
zur Ruhe zu kommen bei Ihm
um Abstand zu gewinnen
Halt zu finden
neu Hoffnung zu schöpfen
und das Vertrauen zu nähren in
Seine wirksame Gegenwart
auch mitten im Alltags-Dunkel
(c) Hannelore Bares
Eine Reflektion zu Mk 6,34
Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen;
denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.